Gottfried Gerstbachs Himmelsvorschau Juni

Gottfried Gerstbachs Himmelsvorschau Juni

Beitragvon Laadoc » Fr 3. Jun 2022, 16:41

Liebe Mitglieder des Österreichischen Astronomischen Vereins, liebe Sternfreundinnen und -freunde!

Die Hauptversammlung am 20. Mai konnte endlich wieder „in Präsenz“ stattfinden. Es wurde sehr engagiert und ideenreich diskutiert – über die Punkte unten und über eine für März 2023 geplante 3-tägige Exkursion nach Süddeutschland. Sehr erfreulich ist darüber hinaus:

Unser Astroverein wächst – seit Mitte 2020 um über 100 Mitglieder. Diese durch die Online-Vorträge verstärkte Entwicklung ist auch für einige "große Brocken“ wichtig, die unsere sonst ausgewogenen Finanzen strapazieren werden:

• Die Renovierung des Sterngartens Georgenberg. Diverse Schäden, Risse in Plattform und Sitzstufen müssen saniert werden, die Verschmutzung durch die Witterung soll durch Hydrophobierung des Betons gestoppt werden. Damit entfällt die wiederholte und nicht billige Reinigung. Die Firmenangebote machen allerdings über 50.000 € aus. Der Vorstand berät nun über mögliche Varianten der Finanzierung: Crowdfunding, eine Spendenaktion oder Suche nach Sponsoren.
• Ein Container für die Instrumente (Teleskope, Stative, Ekliptikscheibe, Projektion usw.) und am Dach eine Anlage für Solarstrom. Dafür muss auch der Vertrag mit der MA 49 adaptiert werden.
• Angedacht ist ferner ein permanenter Ort für unsere Beobachtungsabende am Hügel über Tullnerbach und ein großes Teleskop samt Schutzbau. Alle mit der Schnellbahn kommenden bzw. „autolosen“ Sternfreunde würden das schätzen.
Die auf 7. Mai verschobene Exkursion zur NÖ Volkssternwarte Michelbach war hochinteressant und hat unsere Beziehung zum Verein Antares vertieft. Auch das vorher besuchte „Land der Elsbeere“ hatte Neuigkeitswert.

Unsere nächsten Termine – Anmeldung bitte bei Veranstaltungen:
• Sa 4.6., 21h: Beobachtungsabend in Tullnerbach für Mitglieder mit und ohne Fernrohr; mit Gottfried Gerstbach und Christian Maurer. Bitte bis 3.6. anmelden! Je nach einlangenden Wünschen ist auch Mo 6. Juni möglich.
• Fr 10.6., 19h: ARIEL und das Enträtseln von Exoplaneten; mit Dr. Theresa Rank-Lüftinger (ESA)
• Sa 18.6., 12:30, Sterngarten zur Sommer¬-Sonnenwende; Sonnenbahn, Ekliptikscheibe und Jahreszeiten; mit Franz Vrabec
• Fr 24.6., 19h: Astro¬Basics 4 – Unser Platz in der Milchstraße. Mit Prof. Werner Zeilinger, Univ. Wien
• Fr 1.7., 21:30, Sterngarten: Die schönsten Sternbilder für die Ferien; mit Gottfried Gerstbach
• für 13.7. wurde eine Vollmondwanderung angeregt – falls 1-2 Sterngarten-Führer*innen noch in Wien sind
• 12.-13.8. im Sterngarten die Perseiden-Nächte. Das Programm 2022-2 kommt Anfang Juli.
Monatliches Astro-ABC

Magellan’sche Wolken: die uns nächsten Zwerggalaxien in 160.000 und 200.000 Lichtjahren Entfernung. Die Große M.W. (Large Magellanic Cloud, LMC) enthält etwa 15 Milliarden Sterne, die Kleine (SMC) 5 Milliarden, also etwa 5 bzw. 2% unserer Milchstraße.

Beide befinden sich am fernen Südhimmel in den Sternbildern Schwertfisch/Tafelberg bzw. Tukan (Deklination -70° bzw. -73°) und haben irreguläre, wolkenartige Form. Sie umkreisen unsere Galaxis in einigen Milliarden Jahren, ihre interstellare Materie hat weniger schwere Elemente als diese, die Helligkeiten sind 0.9 und 2.7 mag.
In den Cepheiden der SMC konnte Henrietta Leavitt 1912 die Perioden-Leuchtkraft-Beziehung dieser veränderlichen Riesensterne nachweisen, weil sie alle fast dieselbe Distanz von uns haben. Sie sind seither das beste Mittel, intergalaktische Entfernungen zu bestimmen.

Milchstraße: unsere 100.000 Lichtjahre große, spiralförmige „Welteninsel“ mit etwa 200 Milliarden Sternen. Von ihnen sind 90% sonnenähnlich etwa 1% Riesensterne und 8% weiße Zwerge. Wegen der vielen Gas- und Staubwolken lassen sich von der Erde aber nur maximal 2 Mrd. Sterne beobachten (Raumsonde GAIA). Die Galaxis, die wir von innen als schwach leuchtendes Band quer über den Himmel sehen, hat die Form einer flachen Scheibe mit zentraler Verdickung (engl. Bulge). Das Sonnensystem kreist in 230 Millionen Jahren um das 27.000 Lichtjahre entfernte galaktische Zentrum (hohe Sterndichte +schwarzes Loch).
Näheres wird uns Werner Zeilinger im Online-Vortrag am 24. Juni erzählen.

Merkur: der kleinste und sonnennächste Planet (4876 km oder 38% des Erddurchmessers). Seine mittlere Dichte ist wegen eines großen Eisenkerns mit 5,43 g/cm3 fast gleich wie bei der Erde, sodass seine Masse ~0,383 oder 5,53 % der Erde beträgt.
Seine Bahn ist mit 0,206 stark exzentrisch, die Umlaufzeit ist 88,0 Tage, die Rotationsdauer genau 2/3 davon. Wegen seiner Sonnennähe (0,39 bis 0,47 Astr.Einheiten) ist Merkur nur in der Dämmerung oder am Taghimmel zu beobachten.
Er hat weder Atmosphäre noch Mond, seine Temperatur schwankt zwischen +430 und -180°C.

Mond: der Begleiter der Erde ist mit 28% ihres Durchmessers relativ groß, sodass manche von einem Doppelplaneten sprechen. Der gemeinsame Schwerpunkt (Baryzentrum) liegt wegen des Massenverhältnisses 81:1 noch innerhalb der Erde, im Erdmantel. Der Abstand des Mondes von diesem Baryzentrum schwankt wegen seiner Ellipsenbahn von 363.300 bis 405.500 km, vom Standort des Beobachters noch um einiges näher. Die siderische Umlaufzeit beträgt 27,32 Tage, relativ zur Sonne 29,53 Tage (synodischer Monat).

Der Mond ist aus der Erde in deren Frühzeit durch den Einschlag eines Planeten von Marsgröße entstanden, dessen Trümmerwolke sich wieder verfestigt hat. Daher hat der Mond nur eine Dichte von 3.34, im Gegensatz zur Erde von 5.52 g/cm3.

Obwohl er am Nachthimmel sehr hell erscheint, strahlt seine Oberfläche nur 4–14% des Sonnenlichtes zurück – er ist eine atmosphärelose "graue Wüste“ mit Temperaturen zwischen -160 und +130°C. Die großen, dunklen Lavaebenen („Mare“) hielt man früher für Meere, die helleren Gebiete sind mit 300.000 Kratern von bis zu 270 km Durchmesser bedeckt. Die allermeisten entstanden (wie auch auf der Erde, wo sie längst erodiert sind) im „Großen Bombardement“ vor 4 Milliarden Jahren, als das Sonnensystem noch viel mehr Kleinkörper umfasste als heute. Es gibt aber auch frühe Spuren von Tektonik und Vulkanismus wie Rillen und Dome.

Sonnenbahn und Dämmerung

Im Juni wächst der helle Tag bis zur Sonnenwende am 21.6. nur noch wenig: von 15,8 auf 16,1 Stunden. Der Sonnenuntergang in Wien ändert sich von 20:46 auf 20:59 MESZ. Im Westen Österreichs ist alles je nach geografischer Länge später, in Innsbruck z.B. um 20 Minuten. Wegen der Zeitgleichung ist allerdings der früheste Sonnenaufgang am 16., der späteste Sonnenuntergang am 26. Juni.
Zur Sonnenwende gibt es die alljährliche Führung im Sterngarten, heuer am Samstag 18. Juni mit Musik und Experimenten.

Nun wird es erst gegen 24 Uhr völlig dunkel – und auch das nur für 1 bis 2,5 Stunden, je nach geografischer Breite. Die meisten Leute schätzen zwar die Sommerzeit, aber im Winter wäre sie schrecklich – nicht nur für Schulkinder. Bitte das bei einer allfälligen Abstimmung 2023 zu beachten.

Die bürgerliche Dämmerung (Sonnentiefe 6°, Lesen im Freien möglich) dauert nun bereits 40 Minuten, die nautische (-12°, am Meer sind Horizont und helle Sterne sichtbar) weitere etwa 60 Minuten. Der Unterschied zur astronomischen Dämmerung (siehe oben) ist aber in oder nahe einer Stadt kaum merklich.

Der Abendhimmel im Juni

Wenn es zur Monatsmitte gegen 22:20 Uhr dunkel genug ist, sehen wir tief im Nordwesten noch zwei Sterne des Wintersechsecks (Pollux und Capella). Auch der Löwe neigt sich schon dem Westen zu. In seiner Mitte treffen sich die kurzen Vierecks-Seiten des Großen Wagens, der steil darüber steht. Im Süden sehen wir den Bärenhüter mit dem hellgelben Arktur. Er treibt den Großen Bären vor sich her, dessen unscheinbarer Kopf nun links vom Polarstern steht. Die Gerade seiner 3 Krallenpaare ist hingegen – auf halbem Weg zum Löwen – gut zu erkennen. Dem Deichselschwung des Großen Wagens folgend, kommen wir über den Arktur zur blauweiß strahlenden Spica (α in der Jungfrau), die mit 20.000° zu den heißesten Riesensternen zählt.

Für einen Überblick können Sie hier den Frühlings- bzw. Sommerhimmel anklicken, oder eine unserer Homepage-Sternkarten (z.B. für Sternzeit 15h). Im Südosten erreichen Herkules und Schlangenträger bald ihren Höchststand, im Osten steigt das Sommerdreieck mit der funkelnde Wega (Leier), Deneb im Schwan (liegendes Kreuz) und Atair (α im Adler) empor. Wir werden es bis zum Herbstende sehen können. Rechts vom Polarstern steht der bescheidene König Kepheus, seine stolze Gattin Kassiopeia als "Himmels-W" darunter, der Große Bär hoch im Westen. Der kleine Bär reckt sich vom Polarstern (α UMi) nach oben. In Stadtnähe sieht man aber höchstens 7 Sterne, den Kleinen Wagen. Sie dienen als einfachster Indikator der Lichtverschmutzung: der dritthellste Stern Gamma hat 3.0 mag, der Sternenbogen zwischen α und ß etwa 4.3 mag.

Um etwa 24 Uhr kulminieren Herkules, Schlangenträger sowie der Skorpion. Dessen Hauptstern ist der rote Riese Antares ("Gegenmars"), 600 Lichtjahren+ von uns entfernt. Er ist 700x größer als die Sonne und 11.000x heller; in nur 3" Distanz umkreist ihn ein Stern mit 5.4 mag in 880 Jahren.
Auch der Schütze ist nun aufgegangen. Gegen 1 und 2 Uhr tauchen tief im Südosten Saturn und der hellgelbe Jupiter auf, in der Morgendämmerung gefolgt von Venus.

Sichtbarkeit der großen Planeten (Auf- bzw. Untergänge aus AAÖ 2022)
• Merkur hat auf den Morgenhimmel gewechselt, wo er theoretisch die 4-fache Parade der anderen Planeten ergänzt (siehe unten ein Stellarium-Bild für den 22. Juni). Trotz seiner großen westlichen Elongation von 23,2° am 16.6. ist er aber freiäugig kaum sichtbar – allenfalls Ende Juni.
• Venus ist weiterhin Morgenstern und nun in der Dämmerung etwas besser sichtbar, obwohl die Elongation von 36° auf 30° sinkt. Sie geht nun mehr als 1 1/2 Stunden vor der Sonne auf (in Wien 3:32 –> 3:08). Zur Monatsmitte tritt sie vom Widder in den Stier. Ihr Scheibchen nimmt von 14“ auf 12“ ab und ist fast voll beleuchtet. Am 26. geht die Mondsichel 2° nördlich an Venus vorbei.
• Auch Mars ist am Morgenhimmel zu sehen, nun in den Fischen. Mit dem Abstand von der Sonne (66–> 72°) wächst die Helligkeit von 1,0 auf beachtliche 0,6 mag. Am 29.5. hat er Jupiter in nur 0,6° Abstand überholt und steht zu Monatsende schon 20° links von ihm. Am 22.6. finden wir den Sichelmond genau zwischen den beiden Planeten!
• Jupiter wird – ebenso wie Saturn – zum Planeten der 2. Nachthälfte. Seine Aufgänge für Wien verschieben sich von 2h20 auf 0h37 MESZ. Am 21.6. erhält er Besuch vom Mond, der 3 Tage vorher schon Saturn passierte. Die Helligkeit von -2 mag wird bis zur September-Opposition auf -2,6 zunehmen.
o Bei nun größerem Sonnenabstand lässt sich der Tanz der Jupitermonde immer besser verfolgen. Schattendurchgänge vor der 36“ großen Planetenscheibe gibt es etwa jeden 2. Tag, ebenso Bedeckungen und Verfinsterungen – siehe AAÖ’22.
• Saturn geht etwa 1,3 Stunden vor Jupiter auf, weil der gegenseitige Abstand schon 40° beträgt. Er kommt am 5.6. im Steinbock zum Stillstand und beginnt seine Oppositionsschleife. Mit +0,7 mag ist er deutlich schwächer als Jupiter. Am 18. geht der Mond 4° südlich vorbei.
o Der größte Saturnmond Titan steht am 6. und 23. in östlicher, am 15. in westlicher Elongation.
• Uranus im Widder steht noch in Sonnennähe und kann erst im August beobachtet werden.
• Neptun im Wassermann beginnt am 29.6. seine Oppositionsschleife, allerdings 3x langsamer als Saturn.
Mondphasen:
Neumond (Nr.1230/31) am 30.5. und 29.6., Erstes Viertel am Di 7.6., Vollmond am Di 14.6., Letztes Viertel am Di 21.6.
Neulicht (erste abendliche Mondsichel) am 1.6., bestes Erdlicht (Widerschein der "Vollerde" am Mond) am 2. und 3.6.

Hier der 2.Teil des gestrigen Newsletters. Vorerst einige Ankündigungen:
• Für den Beobachtungsabend am Sa 4.6. über Tullnerbach (Ersatztermin 6.6.) sind noch 5 Plätze frei
• Do 9.6. Franz Kerschbaum: Aus der Mitte geworfen - Revolutionen unseres Weltbildes. TU Wien, Wiedner HStr.8-10, Hörsaal 8 (auch über Livestream) –> Wer Prof. Kerschbaum kennt, wird sich den Genuss kaum entgehen lassen...
• Fr 10.6., 1830 „Nachts auf der Sternwarte“: Yanina Metodieva, "Life beyond our Earth"
• Mo 11.7., 830–16h Maria Pflug-Hofmayr, Kinderakademie (8-12 Jahre): "Wo geht´s hier ins Universum? Zu den Planeten unseres Sonnensystems und darüber hinaus“, VHS St. Pölten. Unsere erfahrene Kinder- und Sterngarten-Führerin!
• 11.-15.7. Sommerakademie St. Pölten: Kunst und Wissenschaft für Kinder und Jugendliche im Alter von 5 bis 15 Jahren
o u.a. Gabi Gegenbauer: AstroCats (Experimente für die Jüngsten); Fritz Lensch: Sonnenforschung +Experimente, usw.
• Neu aus dem Kosmos-Verlag: Atlas für Himmelsbeobachter, fürs Teleskop

Planeten & Mond: siehe gestriger NL 2022-6

Ein seltener „Zufall“: ab Mitte Juni stehen alle 5 freisichtigen Planeten in einer Reihe! Am Morgenhimmel, ca. 4 Uhr
Unten diese Planeten-Parade, zu der sich am 22. Juni noch der Mond gesellt.
Konjunktionen (Zeiten in MESZ):
• 05.6., 16h: Saturn (Steinbock) im Stillstand, anschließend rückläufig (Opposition am 14.8.)
• 11.6., 15h: Venus 1,6° südlich von Uranus
• 13.6., 16h: Mond 3° nördlich von Antares –> wieweit ist er bis zum Abend?
• 16.6., 17h: Merkur in größter westlicher Elongation (23°)
• 18.6., 14h: Mond 4° südlich von Saturn
• 20.6., 19h: Mond 3,5° südlich von Neptun
• 21.6., 11h14: Sonne im Sommerpunkt = Sonnenwende
• 21.6., 16h: Mond 2,7° südlich von Jupiter (um 2h Abstand 5,6°)
• 21.6., 15h: Mars im Perihel
• 22.6., 20h: Mond 0,9° südlich von Mars (um 3h Abstand 3,5°)
• 24.6., 23h: Mond 0,1° südlich von Uranus
• 26.6., 02h: Mond, Venus, Plejaden alle innerhalb 6°
• 26.6., 10h: Mond 2,5° nördlich von Venus
• 27.6., 10h: Mond 3,5° nördlich von Merkur
Sternbedeckungen durch den Mond

07.6. Hip.56079 6.7 mag Wien 23:31,7 / Innsbruck 23:27,7
16.6. Tau Sgr 3.3 mag Wien 00:06,9 / Innsbruck 00:00,1

Weitere Details: http://www.astroverein.at/beobachten/as ... esterreich, p.63-81

Kleinplaneten bis 10 mag:
• 3 Juno (9.9 mag) in den Fischen (zwei Stern-Begegnungen s. unten)
• 4 Vesta (7.3 mag) morgens im Wassermann
• 11 Irene (9.9 mag) im Schützen
• 29 Amphitrite (9.8 mag) im Skorpion, am 6.6. in Opposition (Dekl. nur -30°)
• 41 Daphne (10 mag) im Schlangenträger, am 7.6. in Opposition (sonst 1-2 mag schwächer)
• weitere Daten siehe Minor Planet Center
• zwei Apollo-Asteroiden (14 mag, ~300m) in Erdnähe: am 7.5. 2009 XO (0,023 AE), am 10.5. 2008 TZ3 (0,019 AE = 7x Mond)
Enge Begegnungen mit Sternen (aus Sterne und Weltraum 2022/6):
• 02.6., 02h 41 Daphne (10.1 mag) 5' östlich von Hip.84704 (6.5 mag)
• 04.6., 02h 416 Vaticana (10.1. mag) 4’ östlich von Hip.82326 (8.1 mag)
• 06.6., 03h 4 Vesta (7.5 mag) 7’ südlich von 50 Aqr (5.8. mag)
• 16.6., 02h 3 Juno (10.1.mag) 5’ östlich von 2 Pst (5.4 mag)
• 23.6., 02h 3 Juno (10.0 mag) 7’ nördlich von Hip.114005 (6.4 mag)
Helle Kometen (aus Sterne und Weltraum 2022/6):
• PanStarrs C/2017 K2: ca. 8.5 mag im Schlangenträger, Aufsuchkarten etc. siehe Kometarium
o 7.-9.6. 1,5° nördl. Plan.Nebel 6572 (8mag), 14.6. sehr nahe NGC 6509 (12 mag)
o 20./21.6. Passage am Sternhaufen IC 4665 (4 mag) –> Feldstecher! Am 22.6. nahe Beta Oph
• Komet Atlas C/2021 P4: 10 mag, im Luchs. 7.-9.6. bei GalaxiengruppeumNGC 2340
• Alle Bahnelemente siehe IAU / Minor Planet Center, weiteres siehe http://www.aerith.net/comets und Calsky.com
Meteorströme:
• Scorpius-Sagittariden: nach Ende Mai zweites Maximum ca. 13.Juni, schwach, am besten um Mitternacht, langsame Meteore (26 km/s)
• Juni-Bootiden: ab etwa 20.Juni, Maximum ca. 25.-28.6., Stärke nicht vorhersehbar (zuletzt 2004 hoch). Sehr langsam, nur 18 km/s.
Besuchenswerte Sternwarten und Astrovereine in Wien & NÖ:
• Kuffner-Sternwarte (1160 Wien): http://kuffner-sternwarte.at/index.php (veranstaltet auch Beobachtungen im Lichtschutzgebiet Großmugl)
• Urania-Sternwarte und Planetarium: https://www.vhs.at/de/e/planetarium
• WAA (Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie): https://www.waa.at
• Antares (St. Pölten) und Sternwarte Michelbach: http://www.noe- sternwarte.at/
• Astrostation Hochbärneck (ehem. Arbeitskreis Amstetten): http://www.astrostation.at
• Leiserberge-Sternwarte: http://www.leiserbergesternwarte.at
• Leitzersdorf, Astronom. Gesellschaft: http://agl.or.at
• Martinsberg, Sternwarte Orion: http://www.sternwarte.wvnet.at
• Waldviertler Astr. Gesellschaft: http://www.sternwarte-hoehenberg.at
• Sauerbrunn, Burgenländische Amateurastronomen: https://www.alrukaba.at
• Naturhistorisches Museum, Meteorsammlung (Saal 5) und Meteorradar
Zu unseren nächsten zwei Online-Vorträgen sind leider erst 14 bzw. 15 Teilnehmer angemeldet.

Es wäre mir peinlich, prominente Vortragende von der ESA und der Univ.-Sternwarte eingeladen zu haben, denen dann nur ein kleines Publikum zuhört. Beide Themen sind hochinteressant und aktuelle Forschungsthemen:


Fr., 10.6. um 19h, Dr. Theresa Rank-Lüftinger: "Ariel und das Enträtseln von Exoplaneten“:

Das künftige, spezielle Weltraumteleskop wird mit unglaublicher Genauigkeit die Atmosphären von Planeten untersuchen, die um weit entfernte Sterne kreisen. Es wird Antwort auf immer noch offene Fragen geben,
• wie Planeten(systeme) eigentlich entstehen und sich entwickeln,
• wie ihre Atmosphären zusammengesetzt sind ...
• und vielleicht auch unerwartete Aspekte für unser Weltbild eröffnen.
Ariel wird bis zu 1000 Exoplaneten untersuchen, die in ganz verschiedenen Umgebungen entstanden sind. Im Fokus stehen Jupiter- und Neptun-ähnliche Planeten, doch auch mögliche erdähnliche Planeten.
Ariel ist eine Kooperation von 60 Instituten aus ganz Europa (15 ESA-Mitgliedstaaten, auch Österreich ist an Bord).


Fr., 24.6. um 19h, Prof. Werner W. Zeilinger: “Astro-Basics 4 – unser Platz in der Milchstraße“:

Unsere „ kosmische Heimat“ stellt als weitgehend normale Spiralgalaxie die Verbindung der stellaren zur extragalaktischen Astrophysik dar. Nur in der Milchstraße lassen sich die physikalischen Eigenschaften individueller Sterne und ihre räumliche Bewegung studieren. Zu ihren vielfältigen Komponenten zählen
• das zentrale, massereiche Schwarze Loch Sagittarius A*,
• Sterne in verschiedensten Entwicklungsphasen,
• unterschiedlich geformte Spiralarme, Gas- und Staubregionen
• bis zur Dunklen Materie, die das Gravitationspotenzial der Milchstraße dominiert.
Die Milchstraße ist damit ein einzigartiges Objekt für alle Zyklen des kosmischen Materiekreislaufs. Der Vortrag behandelt auch die Entstehung und weitere Entwicklung der Milchstraße.


Bitte um Deine / Ihre Anmeldung (oben anklicken).
Der Link zum Vortrag wird spätestens um 17h zugesandt.



Mit besten Grüßen,
Dr. Gottfried Gerstbach
Vorsitzender des ÖAV
Laadoc
 
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