Gottfried Gerstbachs Himmelsvorschau Mai

Gottfried Gerstbachs Himmelsvorschau Mai

Beitragvon Laadoc » Fr 13. Mai 2022, 10:00

Liebe Mitglieder des Österreichischen Astronomischen Vereins, liebe Sternfreundinnen und Sternfreunde!

Ein Motto für die ersten Mai-Abende:

Wo sich zuvor der Michl sonnt, da leuchtet jetzt der Sichelmond.
Daneben sitzt der Sohn des Michel – und schaut auf diese Mondessichel.
(von unserm Mitglied Gunhild Bähr)

Die gute Merkur-Sichtbarkeit Ende April war leider vom Wetter beeinträchtigt, einige Tage gibt es aber noch Chancen. Von den Vorträgen war Prof. Hanslmeiers chaotischer Sonnenzyklus besonders interessant. Die derzeit überraschend hohe Sonnenaktivität war nämlich trotz neuer Modelle kaum vorherzusehen.
Zu der auf 7.5. verschobenen Exkursion zur NÖ Volkssternwarte Michelbach haben noch 3 Interessenten die Chance, dabei zu sein. Ein weiterer Autofahrer hat sich angeboten, daher wird die Anmeldefrist bis 4. Mai verlängert.

Unsere nächsten Termine – Anmeldung bitte bei Veranstaltungen:
• Fr 6.5., 19h Astro¬Basics 3 (Online): Stellarium – der Sternenhimmel im Wohnzimmer. Mit Zoom und Franz Strohmayer. Er gibt auch gleich Beispiele zum Üben –> daher vorher das Freeware-Programm vorher herunterladen! Anmeldung noch bis 6.5., 14 Uhr, den Link erhalten Sie bis 17h.
• Sa 7.5., 13:00 Exkursion zur NÖ Volkssternwarte Michelbach und zum Elsbeer-Land. Abends bei Schönwetter Beobachtungen!
o Anmeldung noch bis 4.5. möglich, weil ein weiterer Autofahrer dazu kam. Fahrt- und Führungskosten ca. 30 €.
• Sa 14.5., 20:30, Sterngarten: Faszination Vollmond – Strahlenkrater und Kobrakopf; mit Peter Reinhard. Nehmen Sie ein Fernglas mit!
o Die Mondfinsternis am 16.5. frühmorgens überlassen wir der Eigeninitiative. Eintritt in den Kernschatten um 4:28 MESZ, doch geht die Sonne schon um 5:14 (Wien) bzw. 5:34 (Innsbruck) auf.
• Fr 20.5., 19h: Von Jupiter bis Neptun (Gottfried Gerstbach). Anschließend Hauptversammlung und Jahresbericht 2021. Erstmals nach Corona treffen wir uns wieder in der Walfischgasse 12 – und danach wer möchte in einem nahen Café.
• Sa 28.5., 21h: Beobachtungsabend in Tullnerbach für Mitglieder mit und ohne Fernrohr; mit Gottfried Gerstbach und Christian Maurer
Monatliches Astro-ABC

Leier: ein kleines, aber feines Sommersternbild, schon jetzt ab 21h im Nordosten hochsteigend. Die blauweiße Wega (Alpha Lyrae) ist mit 0.0 mag der hellste Stern des Nordhimmels und Teil des großen Sommerdreiecks. Die Sterne β und γ (3 mag) sind auch in der Stadt zu sehen, mit δ und ζ (4 mag, teleskopische Doppelsterne) bilden sie ein Parallelogramm, wie die Saiten einer antiken Lyra.
Genau zwischen β und γ liegt der berühmte Ringnebel M57, der Rest eines früheren Riesensterns. Nahe Wega steht Epsilon (ε Lyr), den sehr gute Augen als Doppelstern erkennen. Im Fernrohr ist er sogar 4-fach, zwei enge Sterne in je 2“ Distanz.

Nach der griechischen Mythologie wurde die Leier vom Götterboten Hermes erfunden und sie half Orpheus, zu Eurydike in die Unterwelt zu gelangen.

Leuchtkraft: die gesamte, von einem Stern pro Sekunde ausgestrahlte Energie. Sie hängt von seiner Oberfläche und der 4. Potenz seiner Temperatur ab (Planck’sches Strahlungsgesetz) und wird meist in Einheiten der Sonnenleuchtkraft (L☉) angegeben.
Ein ähnliches Maß der Leuchtkraft ist die absolute Helligkeit eines Sterns – seine scheinbare Helligkeit am Sternhimmel, umgerechnet auf die Einheitsentfernung 10 parsec (32,6 Lichtjahre, siehe unten). So hat z.B. der scheinbar hellste Stern Sirius (-1.5 mag) absolut +1.4 Mag, weil er nur 8,6 Lichtjahre entfernt ist. Die Sonne würde in 10 pc Distanz als Stern 5. Größe erscheinen (4.9 Mag). Sirius hat 1,7-fachen Sonnenradius, ist aber mit 10.000° wesentlich heißer und daher 25x heller als die Sonne.

Die meisten Sterne haben zwischen 5 und 0,1 Sonnenleuchtkraft. Extreme, sehr heiße Riesensterne können fast 100.000 L☉ erreichen, rote Zwerge weniger als 1/10.000 L☉. Man unterscheidet daher Leuchtkraftklassen von I bis IV (Überriesen bis Unterriesen), V (Hauptreihensterne wie die Sonne) und VI (Unterzwerge).

Lichtjahr: (LJ, engl. light year ly): meist verwendete Entfernungsangabe für Himmelskörper außerhalb des Sonnensystems. 1 LJ ist die Strecke, die das Licht (299.792,458 km/s im Vakuum) in 1 Jahr zurücklegt. Mit 31,557 Millionen Sekunden pro Jahr ergeben sich 9,4606 Billionen km oder 63 240 Astr.Einheiten. Früher wurde bisweilen auch das metrische Lichtjahr (gerundet auf 10 Bill. km oder 1013 km) verwendet.

Die nächsten Sterne (Proxima und Alfa Centauri) sind 4,2 und 4,3 Lichtjahre entfernt, die mittleren 5 Sterne des Großen Wagens 80 LJ, die fernsten freiäugig sichtbaren Riesensterne etwa 2000 LJ. Die Milchstraße hat 100.000 LJ Durchmesser, die Andromedagalaxie ist 2,5 Mill. LJ entfernt. Astronomen verwenden auch das Parsec (3,26 Lichtjahre) – jene Entfernung, aus welcher der Radius der Erdbahn unter dem Winkel 1“ erscheint.

Astronomische Übersicht

Planetenparade am Morgenhimmel: Vier der 5 hellen Planeten stehen weiterhin nahe beisammen: Venus, Jupiter, Mars und Saturn (siehe Bild im Anhang). Dazu kommt noch der Mond vom 22. bis 27. Mai.
Hingegen hat Merkur bis 5. Mai die beste Abendsichtbarkeit des Jahres. Zwischen 24.4. und 2.5. steht er 1 Stunde nach Sonnenuntergang immerhin 10° hoch!
Von der Mondfinsternis am 16.5. ist wegen der Morgendämmerung nur der Anfang ab 4:30 beobachtbar.

Abends sieht man im Nordwesten noch das halbe Wintersechseck, während das Frühlingsdreieck (Alfa von Löwe, Bootes und Jungfrau) bald den Meridian erreicht. Sonstige Sternbilder eher mager, doch mit Fernglas oder Teleskop tolle Objekte, z. B. Kugelsternhaufen M13 im Herkules, M81/82, Doppelhaufen ...

Sonnenbahn und Dämmerung

Im Mai wächst der helle Tag noch merklich: von 14,5 auf 15,8 Stunden. Der Sonnenaufgang in Wien verschiebt sich von 5:35 auf 4:59 MESZ, der Sonnenuntergang von 20:08 auf 20:45 MESZ. Im Westen Österreichs ist alles je nach geografischer Länge später, in Innsbruck z.B. um 20 Minuten.

Völlig dunkel wird es in Wien-Umgebung erst gegen 23h, die tiefe Nacht währt nur mehr 5 bis 3 Stunden. Die bürgerliche Dämmerung (Sonnentiefe 6°, Lesen im Freien möglich) dauert nun bereits 38 Minuten, die nautische (-12°, am Meer sind Horizont und helle Sterne sichtbar) weitere ~50 Minuten. Erst etwa 1 Stunde später *) (bei -18°, astr. Dämmerung) tritt zunächst um 22:20, am Monatsende um 23:40 MESZ völlige Dunkelheit ein, aber nur fern von Siedlungsgebieten. In Stadtnähe sinkt die Himmelshelligkeit nach 22 Uhr kaum mehr.
*) Diese letzte Phase heißt astronomische Dämmerung und verlängert sich im Monatsverlauf von 50 auf 80 Minuten, bis zur Sonnenwende (21. Juni) sogar auf fast 2 Stunden dauert. In Norddeutschland wird es dann gar nicht mehr völlig dunkel („weiße Nächte“).

Die Dämmerung dauert nun länger, weil die Sonne wieder flacher untergeht.
Sehr gut lässt sich das in unserm
"Freiluftplanetarium"
Sterngarten Georgenberg beobachten, wo 7 Masten den Verlauf der jahreszeitlichen Sonnenbahn vom Aufgang über die Kulmination bis zum Untergang markieren.

Der Abendhimmel im Mai

Wenn es zur Monatsmitte um 21:30 Uhr dunkel genug ist, sehen wir im Südwesten noch das halbe Wintersechseck (Procyon, Zwillinge, Fuhrmann, Teile vom Stier). Parallel zum Horizont geht der Oriongürtel unter (im Herbst kam er senkrecht hoch). Im Süden erhebt sich die Jungfrau und im Südosten der hellgelbe Arktur (α im Bärenhüter), während der Kopf des Löwen schon zu sinken beginnt. Wer am Ende der Osternacht aus dem Südtor einer Dorfkirche trat, sah ihn genau vor sich. Was sonst am Sternhimmel zu sehen ist, können Sie auf unseren Sternkarten (ab Seite 102) oder im Wikipedia-Frühlingshimmel anklicken:

Im Osten steigen Krone und Herkules empor, im Nordosten die funkelnde Wega (Leier) und das Dreieck des Drachenkopfs. Unterm Nordstern steht der bescheidene König Kepheus, seine stolze Gattin Kassiopeia links darunter ("Himmels-W"). Ihr heldenhafter Schwiegersohn Perseus der Andromeda-Sage wartet tief im Nordwesten, die von ihm gerettete Schöne bleibt aber bis 2h unterm Horizont. Der Große Bär betrachtet die Lage vom Zenit aus – seine 7 hellsten Sterne bilden den Großen Wagen. Der kleine Bär (bzw. kleiner Wagen) streckt sich ihm entgegen, hoch über seinem Schwanzende, dem Polarstern. Man sieht in Stadtnähe aber nur 3-6 Sterne des Kleinen Wagens. Sie sind der einfachste Indikator der Lichtverschmutzung. Sieht man die 3 schwachen Sterne der Deichsel, ist die Grenzhelligkeit besser als 4 mag, bei 7 Sternen 5 mag.

Gegen 22 Uhr hat der ganze Löwe den Meridian überquert. Sein Hauptstern Regulus liegt genau auf der Ekliptik und wird daher oft vom Mond bedeckt, alle 85 Jahre sogar von der Venus. Etwa 20° rechts steht in halber Höhe der unscheinbare Krebs und mittendrin der helle Sternhaufen M44, die Praesepe (Krippe). Die zwei Sternchen daneben heißen nördlicher und südlicher Esel. Im Zentrum des nahen, über 1° großen Sternhaufens zeigt schon ein kleines Teleskop das funkelnde Schmuckkästchen mit 4-5 engen Doppelsternen.
Über Regulus sollte man sich auch den farbenfrohen Doppelstern Algieba (γ Leonis) ansehen, sowie links die Spiralnebel-Paare M65/66 und M95/96. Links vom Löwen folgt der Virgo-Galaxienhaufen mit tausenden Spiralnebeln, darunter 11 Messier-Objekte.

Der Große Wagen steht nun im Zenit. Genau in der Verlängerung γ ➔ α UMa findet man schon im Feldstecher das helle Galaxienpaar M81/82. Der "Zigarrengalaxie" M82 sieht man noch die Folgen einer früheren Begegnung mit M81 an: eine ungewöhnliche Starburst-Region in ihrer Mitte. Am Ende der Wagendeichsel steht die Whirlpool-Galaxie M51, an der 1845 erstmals Lord Rosse Spiralarme erkannt hat. Sie ist ein ferner Ausläufer des Virgo-Galaxienhaufens. Unter M51 kann man im Fernglas den Coma-Sternhaufen bewundern.

Der Deichselschwung des Wagens weist zum orangefarbenen, relativ nahen Arktur (α im Bootes), der gegen Mitternacht kulminiert. An ihm ist schon früh die Eigenbewegung (0,1° in 150 Jahren) aufgefallen. Dem Kreis weiter nach unten folgend kommt man zur fernen, blauweißen Spica, mit 22.000° fünfmal heißer als Arktur. Mit Regulus bilden sie das Frühlings-Dreieck.

Um 2 Uhr stehen Herkules, Schlangenträger und Skorpion im Süden, während im Südosten das Sommerdreieck emporsteigt. Gegen 4h wird es langsam hell, im Osten werden bald Venus und Jupiter auftauchen.


Sichtbarkeit der großen Planeten
• Merkur hatte Ende April die beste Abendsichtbarkeit des Jahres bei 21° Sonnenabstand. Er ist aber noch bis etwa 5. Mai freiäugig zu finden, wenn man ihn vorher im Fernglas sucht – am besten ca. 40 Minuten nach Sonnenuntergang. Die kleine Sichel misst 9“, ihre Helligkeit ist aber schon von 0 auf +1 mag gesunken. Am 21.5. erreicht Merkur die Untere Konjunktion zur Sonne.
• Venus ist weiterhin Morgenstern und geht bei 40° Elongation etwa 80 Minuten vor der Sonne auf (in Wien 4:20 –> 3:35). In der Nacht zum 1.5. hatte sie in den Fischen eine sehr enge Konjunktion mit Jupiter, am 27.5. geht die Mondsichel knapp südlich vorbei.
• Auch Mars ist am Morgenhimmel zu sehen, wo er vom Wassermann in die Fische wechselt. Mit dem Abstand von der Sonne (59–> 65°) wächst die Helligkeit von 1,1 auf 0,8 mag. Am 29. überholt er Jupiter in nur 0,6° Abstand.
• Jupiter steht seit April am Morgenhimmel und nun in den Fischen, wo er am 10.5. den Frühlingspunkt passiert. Im Monatsverlauf verfrühen sich seine Aufgänge in Wien von 4:20 auf 2:30 (1,3 bis 2,5 Stunden vor der Sonne), während seine Elongation von 43° auf 66° zunimmt. Am 25. zieht der Mond 3° südlich am Riesenplaneten vorbei, einige Stunden vorher an Mars. Die Helligkeit von -2 mag wird bis zur September-Opposition auf -2,6 zunehmen.
• Saturn geht etwa 1,2 Stunden vor Jupiter auf, obwohl der gegenseitige Abstand schon 36° beträgt. Er steht ja noch im Steinbock bei 14° südlicher Deklination. Drei Monate vor der Opposition wird seine Bewegung langsamer, was sich am nahen Stern δ Cap gut beobachten lässt. Mit +0,8 mag ist er deutlich schwächer als Jupiter. am 22. morgens wandert der Mond 5° südlich am Ringplaneten vorbei
• Uranus im Widder und Neptun im Wassermann stehen jenseits der Sonne und werden von ihr überstrahlt. Auch die Konjunktion Mars-Neptun morgens am 18.5. ist nicht beobachtbar.
Mondphasen:
Neumond (Nr.1229) am 30.4., Erstes Viertel am Mo 9.5., Vollmond am Mo 16.5., Letztes Viertel So 22.5., Neumond am Mo 30.5.
Neulicht (erste abendliche Mondsichel) am 2.5., bestes Erdlicht (Widerschein der "Vollerde" am Mond) am 3. und 4.5.

Totale Mondfinsternis 16.5., Kernschatten ab 4h30, Mond geht aber bald unter.
(mein Interview 2019 zu Mond und Mondfinsternissen hier)
Konjunktionen (Zeiten in MESZ):
• 02.5., 16h: Mond bei Merkur, 1.8° südlich. Um 21h Abstand 2,7°
• 05.5., 09h: Uranus in Konjunktion mit der Sonne
• 16.5. ab 4:30 totale Mondfinsternis, aber Monduntergang schon um 5:20; siehe AAÖ S.60
• 18.5., 01h: Mars 0,6° südlich von Neptun
• 21.5., 21h: Merkur in unterer Konjunktion
• 22.5., 07h: Mond 4,5° südlich von Saturn; um 4h Abstand 5,5°
• 24.5., 21h: Mond 2,8° südlich von Mars; am 25. um 4h Abstand 4°
• 25.5., 02h: Mond 3,3° südlich von Jupiter; um 4h Abstand 3,8°
• 27.5., 05h: Mond nur 0,2° südlich von Venus; um 5h Abstand 1,1°
• 29.5., 02h: Mars 0,6° südlich von Jupiter; Helligkeiten +1 und -2 mag
• 29.5., 15h: Mond 3,7° nördlich von Merkur (12° westlich der Sonne)
Sternbedeckungen durch den Mond (in MESZ, hpts. am dunklen Mondrand):

09.5. Eta Leo 3.5 mag Wien 21:01,9 – 22:00,3 / Innsbruck Ende 22:00,8 (Anfang noch in der Dämmerung)
13.5. Gamma Vir 2.8 mag Wien 03:12,7 / Innsbruck 03:11,5 *)
13.5. Gamma Vir B (3.5) Wien 03:13,3 / Innsbruck 03:12,1
14.5. Lam Vir 4.5 mag Wien 23:50,5 / Innsbruck 23:46,1
*) der Doppelstern Gamma Virginis (3“) steht im WSW 9° hoch, in Innsbruck 13°

Weitere Details: http://www.astroverein.at/beobachten/as ... esterreich, p.63-81

Kleinplaneten heller als 10 mag
• 1 Ceres (9.0 mag) in Stier und Zwillingen; Untergang anfangs gegen 1h
• 10 Hygiea (9.3–> 9.9 mag) in der Jungfrau, Opposition war am 29.4.
• 10 Hygiea (9.9–> 9.2 mag), günstige Opposition am 29.4. zwischen Waage und Jungfrau
• 13 Egeria (10 mag) in der Waage nahe beim Hauptstern α Lib, Opposition am 4.5.
• 29 Amphitrite (10–> 9.7 mag) im Skorpion; am 30.5. nächst Hip.83336, siehe unten
Weitere Daten siehe Minor Planet Center.
Ferner ein Erdbahnkreuzer von 2 km Größe in Erdnähe: (7335) 1989 JA, entdeckt 1989 auf Mt.Palomar. Vom Bärenhüter zu Jungfrau und Hydra, am 15.5. 14 mag (Entfernung 0,1 AE), am 26.5. 11.6 mag bei 0,03 AE. Ephemeriden siehe SuW 2022/5, Seite 52.

Enge Begegnungen mit Sternen (Kleinplaneten bis 11 mag, aus Sterne und Weltraum 2022/5)
• 09.5., 0 h 41 Daphne (10.3 mag) 7’ nordöstl. von Hip.85749 (5.6 mag)
• 25.5., 0 h 18 Melpomene (10,5 m) 4’ südlich von Hip.72629 (6.2 mag)
• 30.5., 0:20 29 Amphitrite (9.8 mag) 3’ südlich von Hip.83336 (5.0 mag)
Helle Kometen:
• C/2021 O3 (PanStarrs) 6-7 mag, Fuhrmann–Perseus–Giraffe, anfangs sogar zirkumpolar. Gut mit Feldstecher zu beobachten. Am 2.5. etwa 3° westlich der Plejaden, am 6.5. ~3° rechts von ε Persei, zu Monatsende 7° links von Polaris.
• C/2017 K2 (PanStarrs) ca. 8-9 mag, am Morgenhimmel vom Adler zum Schlangenträger. In den ersten Mai-Tagen nahe bei NGC 6709 (6.5 mag)
• C/2019 L3 (Atlas) ca. 10-11 mag, abends, Zwillinge–> kleiner Hund.
• Nähere Daten bei future comets (aerith.net) sowie bei der IAU / Minor Planet Center
Meteorströme:
• Mai- oder Eta-Aquariden: 1. bis 28.5., Maximum zwischen 4. und 6.5. (wegen Mond 4.-5. am besten, ab 3h bis in die Dämmerung). Bei uns wegen Horizontnähe nur 5 bis 15 Meteore pro Stunde. Staubteilchen vom Komet Halley, lange und schnelle Spuren (65 km/s)!
• Eta-Lyriden: 3.-14.5., Maximum 8./9.5. mit 4-5 / Stunde. Vollmond stört, dafür ganze Nacht beobachtbar.
• Scorpius-Sagitariiden: ab Mitternacht, Maximum um den 20.5., Radiant bei ß Sco, mittelschnell (30 km/s)
Weitere News folgen in einigen Tagen.



Ich hoffe, Ihr habt vorige Woche die schüttelgereimte Mondsichel genossen – und vielleicht auch den relativ hellen Merkur rechts darunter. Jetzt ist er schon näher bei der Sonne und allenfalls nachmittags mit GoTo-Montierungen (und entsprechender Vorsicht) zu finden. Seine Sichel wächst bis 21.5. (Konjunktion) auf 12“, wird aber immer lichtschwächer (heute bei Elongation 16° 1.6 mag, am 13.5. 11°/ 2.2 mag).
Weiterhin einen frühen Morgenblick wert ist die 4-fache Planetenparade, am 22.-27.5. um die abnehmende Mondsichel bereichert.

Am 2.5. habe ich weitere News angekündigt – hier sind sie:
• Fr. 13.5., 16:30 Uhr: Maria Pflug-Hofmayr über besondere Himmelsereignisse 2022 und die Mondfinsternis am 16.5. (total ab 4h, die letzte für längere Zeit). Interessante 80 Minuten in der VHS Landstraße! Maria ist eine bewährte Sterngarten-Führerin und gibt alljährlich einen kleinen Astro-Kalender heraus, der viele sonst übersehene „Schmankerln“ enthält.
o Allgemeines zu Mond+Finsternissen: mein Interview 2019 hier
o und im Sterngarten 14.5., 20:30 Peter Reinhard: Faszination Vollmond.
• Heute 9.5. schönste Mond-Sternbedeckung des Frühjahrs: Eta Leo 3.5 mag, Wien 21:01,9–22:00,3 (Innsbruck 22:00,8 ; Anfang noch in der Dämmerung)
• 9.-12.5. Komet Panstarrs (2021 O3) nun mit 8 mag am besten, Perseus/Giraffe. Am 10./11. nur 0,5° links von NGC1496 (ca. 12° rechts von Capella). Am besten ab 21h, NW fast 30° hoch.
• Eine Einführung in astronomische Koordinatensysteme (FH Rosenheim).
Zwei Erinnerungen:
• Am Fr 20.5., 19h gehts von Jupiter bis Neptun, danach ist unsere Hauptversammlung mit Jahresbericht 2021. Erstmals nach Corona wieder in der Walfischgasse 12. Wer u.a. die Namen von fast 100 neuen Mitgliedern wissen will, bitte hier anmelden.
• Am Sa 28.5., 21h: letzter Beobachtungsabend vor den Ferien in Tullnerbach – für Mitglieder mit und ohne Fernrohr. Noch Plätze frei.

Nachgeholt: wichtige News aus astronomischer Forschung und Raumfahrt

Sonnensystem und Exoplaneten:
• Weltraumwetter: die Sonne ist aktiver als vorhergesagt – SpdW 5.4.22
• überraschende Änderungen in Neptuns Temperatur – ESO und Astronomie.de 15.4.22
• Perseverance: So klingt es auf dem Mars – Sp.d.W. 1.4.22
• Radioastronomie: Verblüffende Ähnlichkeit von planetenbildenden Scheiben – AstroNews 9.5.22
Astrophysik und Milchstraße:
• Sternentstehung in der Milchstraße: wieso nur 2 pro Jahr? - Spektrum der Wissenschaft 2.5.22
• Die Milchstraße ist viel älter als gedacht – SpdW 24.3.22
• HST: Der entfernteste je beobachtete Stern – AstroNews 31.3.22
• Der Vorläufer eines Quasars aus dem frühen Weltall – SpdW 14.4.22
• Mikro-Novae, eine neue Art von Sternexplosionen – Astronomie.de 22.4.22
Raumfahrt:
• James Webb-Teleskop: die Spiegel sind zentriert –> es kann beginnen! – AstroNews 17.3.22
• und weitere Artikel zum JWST aus den FAZ-Nachrichten
Besuchenswerte Sternwarten in Wien & NÖ – meist schon ohne Maske:
• Kuffner-Sternwarte (1160 Wien): http://kuffner-sternwarte.at/index.php (auch Beobachtungen im Lichtschutzgebiet Großmugl)
• Urania-Sternwarte und Planetarium: https://www.vhs.at/de/e/planetarium
• Antares (St. Pölten) und Sternwarte Michelbach: http://www.noe- sternwarte.at/
• Leiserberge-Sternwarte: http://www.leiserbergesternwarte.at
• Martinsberg, Sternwarte Orion: http://www.sternwarte.wvnet.at
• Waldviertler Astr. Gesellschaft: http://www.sternwarte-hoehenberg.at
• Sauerbrunn, Burgenländische Amateurastronomen: https://www.alrukaba.at
Mit lieben Grüßen,
Dr. Gottfried Gerstbach
http://www.astroverein.at
Laadoc
 
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