der astronomische Dezember 2021 von Gottfried Gerstbach

der astronomische Dezember 2021 von Gottfried Gerstbach

Beitragvon Laadoc » Fr 3. Dez 2021, 11:58

Liebe Mitglieder des Österreichischen Astronomischen Vereins, liebe Sternfreunde!

Derzeit ist das nächste Halbjahres-Programm 2022-1 im Entstehen. Darin planen wir drei etwa 1-stündige Astro-Basics-Vorträge für Einsteiger in die Astronomie. Besonders für die fast 100 neuen Mitglieder, die seit 2020 durch besuchte Online-Vorträge zu uns kamen. Bitte sagt diese Angebot weiter, sobald es auf der Homepage steht. Mit der Post ausgesandt wird es um den Jahreswechsel.

Bitte auch bis 15.12. um Eintragung in die AAÖ-Bestellung, wenn Sie ein Druckexemplar des Astronomischen Almanachs für Österreich wollen. Wie schon 2020 wird er 10 € kosten, incl. Versand 15 €. Sollte es (bei zu kleiner Auflage) teurer werden, wird der ÖAV das Defizit tragen. Ehrenamtliche Tätigkeiten müssen das manchmal riskieren!

Im Dezember gibt es noch zwei Sterngarten-Termine, falls der Lockdown am 13.12. enden kann:
• Am 14.12. um 17h: Vom Schwan zum fliegenden Pferd – und danach Beobachtung der Geminiden-MeteoreI, mit Maria Pflug-Hofmayr und mir. Für Schlechtwetter überlegen wir einen Ersatztermin. Die Geminiden sind der stärkste Meteorstrom. Bei einem Sternhimmel mit 4,5–5 mag Grenzhelligkeit rechne ich mit 20 Meteoren pro Stunde am frühen Abend, nach Mitternacht (Tipp für daheim!) über 50. Bitte hier zum Sterngarten anmelden!
• Am 18.12. um 11:30 die übliche Führung zur Sonnenwende. Möglicherweise wird sie Franz Vrabec zum letzten Mal geben – so erfahren und flexibel für jede Frage ist keiner im AV! Bitte unbedingt hier anmelden – auch wegen Corona. Der Link kommt rechtzeitig.
Weitere Infos:
• Vortragsreihe Lichtverschmutzung (Kuffner-Sternwarte): der 4. Vortrag (Ems Jones, ESO Sky) ist am 16.12. um 16h.
• Der Online-Vortrag Franz Kerschbaum (Kepler und die Exoplaneten) wurde oft nachgefragt –> kommt als Video auf die ÖAV-Homepage. Bitte um etwas Geduld, weil zwei andere Vorträge in der "Warteschleife" zur Bearbeitung stehen. Unten ein kleines Bildschirmfoto (pardon, lieber Franz)
o Sollte jemand unter Ihnen mit dem Schneiden von Videos vertraut sein, bitte um Nachricht (kleines Honorar ist möglich)
• Hier ein meditatives Sterngarten-Interview mit Maria Pflug-Hofmayr und mir.
• Es gibt Restexemplare der Sternfreunde-Seminare (1987-2003) von Prof. Mucke †, in denen sich leichter lesen lässt als in den digitalisierten Pacers auf der Website. Meistens sind es etwa 5 Exemplare, beim Schriftführer Herbert Hörandner zu erfragen (9€ pro 100 Seiten +Versand, s.Programm 2018)
• Kepler-Sternwarte Linz: astronomischer, wiederverwendbarer Adventkalender um 15 € bei M.Oberladstaetter@aon.at
• Die ÖGAA ersuchte um Bekanntmachung einer Ausschreibung (Senior Scientist an der Univ.Wien, Inst. für Astrophysik) – siehe PDF im Anhang.
• Spielempfehlung für Weihnachten: Wir bauen eine Weltraumstation – „Mission ISS“, Schmidt-Spiele 1-4 Spieler ab 12 J., 90 Min, ca € 30

Monatliches Astro-ABC

Gasnebel: eine Ansammlung leuchtenden interstellaren Gases, überwiegend aus Wasserstoff und etwa 15% Helium. Auch dunkle Wolken mit einigen Prozent Staubanteil kann man dazu zählen.
Es gibt Emissionsnebel (wo heißes Gas Licht in bestimmten Wellenlängen ausstrahlt}, Reflexionsnebel (Beleuchtung oder Anregung durch nahe, sehr junge Sterne), Planetarische Nebel (Endstadien von Roten Riesen) und die Dunkelwolken (am deutlichsten zwischen Schwan und Adler). In den Nebeln (außer den planetarischen) findet fast immer Sternentstehung statt – meist in Form dunkler Globulen.

Geografische Ortsbestimmung: bis ~1970 war es überwiegend astronomische Ortsbestimmung! Erst mit Satellitenverfahren wie GPS wurden die Sterne "entbehrlich" (außer bei leerem Akku). Doch im Ernst: Die klassische Bestimmung von geografischer Breite und Länge erfolgt durch Winkelmessung von Sternen in Bezug auf die Lotrichtung. Das war vor 30 Jahren mein Spezialgebiet – hier sollen aber 7 Zeilen genügen:
1. Die Breite am einfachsten durch Höhenmessung des Polarsterns mit einem Theodolit oder Sextant Da Polaris 0,7° vom Himmelsnordpol absteht, muss man ein bisschen rechnen – oder ihn nach 12 Stunden nochmals anvisieren. Die Breite ist dann der mittlere Höhenwinkel.
2. Die Länge durch Stoppen der Meridiandurchgänge von Sternen. Zum Meridian kommt man am einfachsten mit Polarstern +kleiner Korrektion.
3. Geodäten bevorzugten simultane Methoden, z.B. das Prismen-Astrolab oder die Zenitkamera. Man misst sozusagen die Lotlinie unter den Sternen ein und kann mittels der Lotabweichung sogar das Schwerefeld der Erde modellieren.
4. Seeleute erhielten beide geografische Koordinaten durch Sonnenbeobachtung mit dem Sextanten. Viele Hobbysegler müssen das nachlernen!
Erreichbare Genauigkeit: bei (1-2) je nach Instrument 2" bis 3' (60m–5km), bei (3) bis 0,2", bei (4) 5-10 km.
Hier noch ein nettes 9-Minuten-Video über Orientierung, Sonnenbahn und Sextanten-Messungen.

Geminiden: der stärkste Meteorstrom des Jahres, Maximum am 14. Dezember –> Sterngarten-Führung am 14.12.! Die relativ langsamen Sternschnuppen kommen scheinbar aus den Zwillingen und sind mit 34 km/s nur halb so schnell wie die Perseiden im August. Je nach Himmelsaufhellung (siehe unten) kommen abends etwa 10-30 pro Stunde, nach Mitternacht 30-100. Die Teilchen stammen vom sonnennahen Asteroiden Phaethon.

Grenzhelligkeit oder Grenzgröße: die Helligkeit der schwächsten Sterne, die man freiäugig noch sieht. Sie ist der einfachste Indikator der Himmels-Qualität bzw. der Lichtverschmutzung. In der Stadt liegt sie bei 3 mag (3 Sterne im kleinen Wagen), im Sterngarten bei 4–5 mag (7 Sterne, bzw. 500-1000 am ganzen Himmel), in den Alpen bei etwa 6.5 mag (~3.000 Sterne).

Astronomische Übersicht

Die frühen Dezember-Abende werden im Südsüdwesten weiterhin von Jupiter und Saturn dominiert, die vor 12 Monaten ihre Große Konjunktion hatten. Nun sind sie bereits 18° voneinander entfernt. Zusammen mit Venus (tief im Südwesten) machen sie die Lage der Ekliptik sichtbar. Mit einem Lineal erkennt man aber, dass Saturn etwa 2° über der "Linie" Venus-Jupiter steht – denn die Bahnen der drei Planeten sind um -3°, -1° und +2° gegen die Ekliptik geneigt.

Im Westen steht um 18h das Sommerdreieck etwa in halber Höhe, während sich die Sternbilder der Milchstraße quer über den ganzen Himmel bis zu den ersten Wintersternbildern im Osten ziehen. Es kulminieren Kassiopeia, Herbstviereck und Andromeda, und gegen 19h zeigt uns der Oriongürtel seinen senkrechten Aufgang.

Am 14.12. gegen 3-4h hat der Meteorstrom der Geminiden sein Maximum – er ist etwas stärker als die Perseiden im August, und auch der zunehmende Mond stört morgens nicht. mehr. Bei sehr dunklem Himmel könnten es stündlich 50-100 Sternschnuppen werden, 2 Tage vor/nachher etwa die Hälfte und am Stadtrand ein Viertel. Haben Sie zur Liege einen warmen Schlafsack?

Sonnenbahn und Dämmerung

Im Dezember verkürzt sich der helle Tag weiter von 8,7 auf 8,4 Stunden. Astronomischer Winterbeginn (Sonnenwende) ist am 21.12. um 11 Uhr.
Der Sonnenaufgang in Wien verschiebt sich von 7:24 auf 7:45 Uhr. Hingegen variiert der Sonnenuntergang nur wenige Minuten (16:03 - 16:00 - 16:10 Uhr), was mit der leicht elliptischen Erdbahn zusammenhängt. Im Westen Österreichs sind die Auf- und Untergänge je nach geografischer Länge später, in Innsbruck z.B. um 20 Minuten.

Völlig dunkel ist es bereits gegen 17:45, und die tiefe Nacht währt fast 13 Stunden. Die bürgerliche Dämmerung (Sonnentiefe 6°, Lesen im Freien möglich) dauert 37 Minuten, die nautische (-12°, am Meer sind Horizont und helle Sterne sichtbar) weitere 40 Minuten. In der anschließenden astronomischen Dämmerung (Sonne -12 bis -18°) wird der Himmel in Stadtnähe aber kaum mehr dunkler.

Der Abendhimmel im Dezember

Wenn es zur Monatsmitte um 17:15 MEZ dunkel genug ist, sieht man im Westen noch das Sommerdreieck Leier-Schwan-Adler in 30-60° Höhe und im Süden das große Quadrat des Pegasus, das Herbstviereck. Es stellt den Rumpf des mythologischen Himmelspferdes dar, das aber seine Flugkünste kopfüber durchführt. Hals und Kopf verlaufen von den zwei tieferen Sternen des Quadrats nach rechts. Unterhalb des Pferdehalses steht der Wassermann, und genau im Meridian in 10° Höhe leuchtet Fomalhaut (α im Südlichen Fisch). Der weiße Riesenstern hat zwei Begleiter, eine Staubscheibe und den 2008 entdeckten Exoplaneten Dagon.

Nach links setzt sich der Pegasus in der Fünfsternreihe über die Andromeda bis zum Perseus fort. Darunter, 40° hoch im Osten, steht der kleine Sternenbogen des Widder, darunter der viereckige Kopf von Cetus, dem Meeresungeheuer der Andromeda-Perseus-Sage. Das zugehörige äthiopische Königspaar Cassiopeia und Kepheus finden wir, nun nach Norden gewendet, zwischen Zenit und Polarstern. Tief unter diesem steht der Große Wagen, nun knapp über dem Nordhorizont. In unserer Homepage finden Sie die abendliche Sternkarte hier.

Um etwa 21 Uhr ist von Osten bis Südosten das große Wintersechseck (auch "Sechseck um Orion") emporgestiegen. Es besteht im Uhrzeigersinn aus den hellen Sternen Capella (60° hoch im Osten), dem roten Stierauge Aldebaran, dem weißen Riesen Rigel (rechter Fuß des Orion), Sirius (Großer Hund, siehe unten), Prokyon (kleiner Hund) und Pollux (Zwillinge). Inmitten des Sechsecks steht der rote Riese Beteigeuze. Er ist etwa 700x größer und 50.000x heller als unsere Sonne und dürfte in den nächsten 50.000 Jahren als Supernova explodieren. Trotz 600 Lichtjahren Entfernung würde er dann einige Wochen heller als der Vollmond sein.

Die drei Sterne des Oriongürtels gehen senkrecht auf, aber waagrecht unter (12 Stunden später, bzw. abends im Frühjahr). Unter ihm erkennt schon das bloße Auge den Orionnebel, eine 50 Lichtjahre große, turbulente Gaswolke mit gerade entstehenden Sternen. Der Oriongürtel zeigt nach rechts hinauf zum roten Aldebaran und dem Sternhaufen der Hyaden, nach links zum horizontnah funkelnden Sirius, dem scheinbar hellsten Stern des Himmels. Er ist mit 8,6 Lichtjahren der acht nächste Stern. Zwar nur 2x größer als unsere Sonne, hat er aber wegen seiner 11.000° heißen Photosphäre die 22-fache Leuchtkraft. Sein Begleiter, der weiße Zwerg Sirius B, wurde 1844 von Bessel aus periodischen Positionsschwankungen von Sirius entdeckt, konnte aber in dessen gleißendem Licht erst 1862 gesichtet werden.

Die winterliche Milchstraße ist etwas schwächer als die des Sommers und in Stadtnähe wegen der immer noch zunehmenden Lichtverschmutzung kaum mehr zu sehen. Dafür ist eine Grenzhelligkeit von mindestens 4 mag erforderlich, was z.B. beim Sterngarten im Südwesten Wiens und im Norden von Linz oder Salzburg möglich ist. Sie verläuft vom Schwan (um 21h tief in WNW) über Kepheus, Kassiopeia und Perseus (nun im Zenit) zum Fuhrmann (Hauptstern Capella) hoch im Osten. Zwischen Zwillingen und Orion erreicht sie die größte Breite -- denn unser Sonnensystem liegt ja nahe am Orion-Spiralarm.

Mit einem Feldstecher kann man auch bei aufgehelltem Himmel der galaktischen Sternenfülle nachgehen und beim Streifzug auch mehrere Sternhaufen bewundern: zwischen Perseus und Kassiopeia den Doppelsternhaufen h/Chi Persei und vor allem im Stier die Plejaden und die Hyaden.

Schöne Messier-Objekte fürs Teleskop:
* Im Schwan noch die Offenen Sternhaufen M39 und M29, im Pegasus der Kugelsternhaufen M15, darunter M2 im Wassermann
* Andromeda/Perseus: Andromedagalaxie M31 -- um 19h fast im Zenit, daher auch in der Stadt; Doppelsternhaufen h/chi Persei; evtl. Dreiecksnebel M33
* im Osten die Plejaden; ab ca. 20h die offenen Sternhaufen M35 bis M38 (Fuhrmann und Zwillinge), ab 21h der Orionnebel.

Sichtbarkeit der großen Planeten

• Merkur beginnt knapp vor Weihnachten eine günstige Abendsichtbarkeit, die zum Jahreswechsel noch besser wird. Dann steht er (bei 18° Sonnenabstand) wie schon 2020 in der Nähe von Jupiter und Saturn, die im Jänner in der Abenddämmerung verschwinden.
• Venus beendet zum Jahreswechsel ihre Abendsichtbarkeit – ihr Sonnenabstand (Elongation) nimmt von 28° auf 20° ab. Jeden Tag steht sie tiefer im Südwesten! Am 12.12. begegnet ihr die abnehmende Mondsichel, die aber am 13. um 7h schon 6° links steht.
• Mars in Waage und Skorpion bleibt unauffällig am Morgenhimmel und geht etwa 2 Stunden vor der Sonne auf .
• Jupiter im Steinbock verringert seine Elongation von 75° auf 51°, ist aber noch 2 Stunden gut beobachtbar. Die Untergänge verschieben sich für Wien von 22h auf 20:30 MEZ. Am 9.12. morgens wandert der fast halbe Mond 4° südlich an ihm vorbei (bei Saturn am Vortag). Im Teleskop sieht man auf der 37" großen Planetenscheibe die äquator-parallelen Wolkenstreifen und bisweilen den großen Roten Fleck.
o Die 4 hellen Jupitermonde (Daten im AAÖ S. 54-57) zeigen weiterhin Schattendurchgänge (Dez. 3, 7, 9, 16, 21-23, 27-29) und Verfinsterungen (Dez. 1, 4, 5, 8, 12, 24, 31). Reizvoll im Fernrohr ist allein schon ihr Tanz mit den synchronen Umlaufzeiten von 1.8, 3.6, 7.2 und 17 Tagen.
• Saturns Helligkeit sinkt von 0,1 auf 0.8 mag, seine Unterhänge verfrühen sich von 20:20 auf etwa 19 Uhr. Der Mondsichel zieht am 8.12. 4° südlich am Ringplaneten vorbei. Die Konjunktion mit der Sonne wird am 4. Februar sein.
o Saturns größter Mond Titan (8 mag) steht am 4. und 20. Dezember in westlicher Elongation, am 12. und 28. am weitesten östlich.
• Uranus im Widder (Opposition war am 3.10.) verlagert sich langsam zur 1. Nachthälfte.
• Neptun im Wassermann geht nun schon vor Mitternacht unter. Die Scheibchen der zwei Eisriesen messen 3,6" bzw. 2,4" und sind schon in kleinen Fernrohren von Sternen zu unterscheiden.
• Der Kleinplanet Iris (im Krebs westlich des Sternhaufens Praesepe) kommt am 14.12. in eine erdnahe Opposition und wird schon im Feldstecher sichtbar.
Mondphasen:
Neumond Sa 4.12., Erstes Viertel Sa 11.12., Vollmond So 19.12. (längste Vollmondnacht des Jahres), Letztes Viertel Mo 27.12.
(Die totale Sonnenfinsternis vom 4. Dezember ist nur in der Antarktis zu sehen)

Konjunktionen
• 03.12., 01h: Mond 0,5° nördlich von Mars
• 04.12., 10h: Venus im hellsten Glanz (-4.6 mag)
• 04.12., 09h: Totale Sonnenfinsternis in der Antarktis und dem Südpolarmeer
• 04.12., 14h: Mond 0,1° südlich von Merkur
• 07.12., 02h: Mond 2° südlich von Venus; um 18h Abstand 6°
• 08.12., 03h: Mond 4° südlich von Saturn; abends Abstand ~6°
• 09.12., 07h: Mond 4,5° südlich von Jupiter
• 11.12., 02h: Mond 4° südlich von Neptun
• 15.12., 07h: Mond 1,5° südlich von Uranus
• 16.12., 23h: Mond 5° südlich der Plejaden
• 18.12., 12h: Venus im Stillstand, danach rückläufig
• 21.12.,16:59 Wintersonnenwende – Sonne im Winterpunkt, Deklination –23°26'
• 29.12. 02h: Merkur bei Venus, Merkur 4,2° südlich (um 17h 4,3°) –> Fernglas!
• 31.12., 20h: Mond – Mars – Antares geradlinig innert 5°
• 31.12., 21h: Mond 1° südlich von Mars

Sternbedeckungen durch den Mond
Probieren Sie es ein paar Mal am dunklen Mondrand – die Plötzlichkeit des Ein- bzw. Austritts ist überraschend! Ein guter Feldstecher genügt.
Bedeckungen für Wien und Innsbruck siehe Almanach AAÖ Seite 66 bzw. 71. Die hellsten vier seien hier angeführt:
• 08.12.: 35 Cap (5.8 mag): Eintritt Wien = 19:26,2 MEZ ; Innsbruck 19:21,6
• 17.12.: 94 Tau (4.3 mag): Eintritt Wien = 22:42,2 MEZ ; Innsbruck = 22:33,2
• 24.12.: 30 Leo (3.5 mag): Eintritt Wien = 06:10,8 MEZ ; Innsbruck = 05:53,3
• -- " -- 30 Leo (3.5 mag): Austritt Wien ca. 06:30 MEZ ; Innsbruck = 06:20,6
Kleinplaneten heller als 10 mag
1 Ceres 7.2–>7.8 mag im Stier. Am 20.12. um 19h nur 3' südlich von Hip.18170 (6.0 mag)
2 Pallas 9.9 mag im Wassermann, 7 Iris 8.6–>7.9 mag in Krebs/Zwillinge,
20 Massalia 9.8 mag im Löwen, 44 Nysa 9.1–>9.6 mag im Stier, günstige Opposition am 10.12.
Details siehe Minor Planet Center

Komet C/2021 A1 (Leonard) – Mitte Dezember freiäugig?
• Entdeckt am 3.1.2021 (Mt. Lemmon-Survey, Helligkeit ~20 mag, Koma 8", Schweif 5")
• Bahn parabelnah (Umlaufzeit noch unbekannt), Bahnneigung 133° zur Ekliptik
• Im November zwischen Jagdhunde und Coma, frühe Abenddämmerung oder ab 3 Uhr, 8-9 mag
• am 3.12. morgens nahe beim Kugelhaufen Messier 3
• am 6.12. mit ca. 6 mag im Bootes zwischen Arktur und Izar
• 12./13,12, mitten im Schlangenträger, Morgenbeobachtung bis 10.12. möglich
• 12.12. Erdnähe bei 0,23 AE (Ophiuchus), Abenddämmerung, 30° rechts von Venus, evtl. 4 mag?
• 16.12. im Schützen nahe Venus, danach zu weit südlich; Perihel am 3.1.2022 bei 0,62 AE
• Aufsuchkarte http://www.aerith.net/comet/catalog/2021A1/2021A1.html
Meteorströme:
* Geminiden 4. bis 17.12., Maximum morgens 14.10., stärker als Perseiden, mit 35 km/s eher langsam.
* Ursiden 17.-26.12., Maximum 23.12., Komet 8P/Tuttle. Üblich ca. 10 pro Stunde, heuer 20-30 möglich.+
* Siehe auch Meteor-Kalender.

Die News aus Astronomie und Raumfahrt
folgen in einigen Tagen – denn Priorität hat derzeit das Programm fürs erste Halbjahr 2022.

Besuchenswerte Sternwarten und Astrovereine in Wien & NÖ:
• Kuffner-Sternwarte (1160 Wien): http://kuffner-sternwarte.at/index.php (veranstaltet auch Beobachtungen im Lichtschutzgebiet Großmugl)
• Urania-Sternwarte und Planetarium: https://www.vhs.at/de/e/planetarium
• WAA (Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie): https://www.waa.at
• Antares (St. Pölten) und Sternwarte Michelbach: http://www.noe- sternwarte.at/
• Astrostation Hochbärneck (ehem. Arbeitskreis Amstetten): http://www.astrostation.at
• Leiserberge-Sternwarte: http://www.leiserbergesternwarte.at
• Leitzersdorf, Astronom. Gesellschaft: http://agl.or.at
• Martinsberg, Sternwarte Orion: http://www.sternwarte.wvnet.at
• Waldviertler Astr. Gesellschaft: http://www.sternwarte-hoehenberg.at
• Sauerbrunn, Burgenländische Amateurastronomen: https://www.alrukaba.at
• Naturhistorisches Museum, Meteorsammlung (Saal 5) und Meteorradar.
Mit adventlichen Grüßen,

Dr. Gottfried Gerstbach
Vorsitzender des ÖAV
Laadoc
 
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